Die, die (nicht mehr) mit der Tür knallt...

 

Der Anfang. Ende März 2010. Den Impuls für mein neues Hobby hat mir eine Sendung im lokalen Radio gegeben. Über eine Bilderausstellung im Rathaus. Meine Ausbildung zur FSK (Fremdsprachenkorrespondentin) war fast zu Ende, Kinder waren schon groß (4 Jahre alt).

Ich hatte Zeit.

Hobbies sind wichtig. Sie helfen sich selbst zu finden. Und es ist bestimmt nicht nur bei mir so.

Ich habe noch nie in meinem Leben gemalt. In der Schule hatten wir Kunstunterricht, in der 5-6 klassen. Aber wir haben nur mit Buntstiften gezeichnet-gemalt. Deshalb war ich neugierig – wie fühlt sich das an, mit Farbe zu arbeiten?

Eine kleine Leinwand und Acrylfarben hatte ich da, weil mein Mann früher gemalt hat. Letzte Jahre aber zu wenig Zeit dafür hatte. Ich konnte sofort anfangen. Die ersten Klecksereien habe ich nicht behalten, aber schon bald, mit dem zweiten Versuch, war ich so zufrieden, dass ich das „Bild“ mit dem Passepartout versehen und eingerahmt im Wohnzimmer aufgehängt habe. Es war bunt, farbenfroh. Die Farben dick aufzutragen, mit Schwung - Rot und Gelb und Blau... Es gab mir ein befreiendes Gefühl. Es war besser als mit der Tür zu knallen.

 

Erste Schritte. Schnell habe ich verstanden, dass was Gegenständiges eher meins wäre – ein Baum, einen Mensch, die Landschaft - nicht nur bunte Flecken.

Leider gab es in dieser Zeit keiner der mich unterrichten konnte. Nach einem Rat habe ich in Büchern gesucht und das Malen beim Kopieren von Bildern von Impressionisten gelernt.

 

Wie ich zu den Porträts gekommen bin?

 

Ich finde, eine menschliche Figur belebt das Bild. Eine Figur von hinter oder einfach ohne Gesicht, ohne vielen Details. Auf vielen Bildern von Vincent van Gogh und Renoir ist ein Figürchen zu finden. Und ich kann jetzt wirklich nicht sagen, ob ich das von großen Meistern gelernt habe oder selber zu diesem Schluss gekommen bin. Aber das zeigt, dass wir uns (Renoir, Vincent van Gogh und ich) immer gut verstanden haben.

Als ich mal meine Kinder gemalt habe, habe mich gefreut, dass man sie auf dem Bild gut unterscheiden kann (eineiige Zwillinge). Das war der Anfang meiner „Karriere“ als Porträtistin.

 

Jetzt. Jeder Mensch ist anders. Das ist selbstverständlich. Wenn das gerade am Tisch beim „Doppelpass“ wäre, müsste ich sicher 3 € in die Spardose werfen.

Man sieht auf einem gelungenem Foto wie der Mensch ist. Pass- und Bewerbungsfotos meine ich nicht. Obwohl hier gib es auch Ausnahmen.

Ich suche immer gründlich nach einer Vorlage für ein Porträt.

Fröhliche, lächelnde Menschen ziehen mich an. Wenn ich einen Mensch sehe, der herzlich lacht, kriege ich neue Lebenskraft. Man kann aber nicht immer fröhlich sein.

Einer, der ruhig, traurig, ernst, nachdenklich ist, hilft mir zu verstehen. Was im Leben wichtig ist. Einer, der lacht,weckt in mir Lust auf Leben.

Selten sieht man in einem Gesicht beides.

 

Schluss. Ich habe mir verschiedene Maltechniken angeeignet. Am Anfang habe ich nur mit Acrylfarben gemalt, später mit Öl- und jetzt auch mit Aquarellfarben. Jede Technik hat ihre Besonderheiten. Wahrscheinlich werde ich sehr lange kein neues Hobby brauchen. Es gibt hier immer was zu lernen.

Ich habe kein Atelier, die Staffelei steht bei uns in der Küche, so dass ich mich abwechselnd dem neuen Bild und Mittagessen widmen kann. Aber, meistens, kreative Arbeit an der Leinwand fängt Stunden später an, als meine Kreationen aus der Pfanne schon lange verspeist sind (ein Teil unserer Familiengeschichte geworden sind).

Ich habe in den letzten 10 Jahren mehrere Gruppen- und Einzelausstellungen gehabt, an vielen Kunstmärkten meine Bilder gezeigt. Unter anderem in Haselünne, Meppen, Lingen, Sögel, Ootmarsun (Niederlande).

 

Ich male Bilder nach einer Vorlage, auch nach Ihrer.

 

Bei der VHS Meppen gebe ich Aquarellkurse für Anfänger. Willkommen!